Talent­schmiede der Ober­schule Bad Laer macht Theater

Bad Laer. Zu Weih­nachten, aber nicht nur dann, wün­schen sich die Men­schen Frieden in der Welt. Die Thea­ter­gruppe „Talent­schmiede“ der Geschwister–Scholl-Oberschule schaute sich das Ver­halten der Erwach­senen genau an und pro­du­zierte zusammen mit dem Lehrer und Thea­ter­päd­agogen Wolfgang Gerdes sowie Leh­rerin Maria Heu­ermann ein eigenes Thea­ter­stück zum Thema. Am Sonn­tag­abend hatte die 45-minütige „Kon­ferenz der Kinder“ Pre­miere.

Um es vorweg zu sagen: Die 17 jungen Schau­spieler aus den Jahr­gängen 5 bis 7, unter­stützt von 12 Schülern der benach­barten Grund­schule, spielten ihre Rollen mit tiefem Ernst und echter Lei­den­schaft. Es ist dem Thea­ter­päd­agogen gelungen, den Funken der Begeis­terung voll zu ent­fachen. Päd­agogik par excel­lence.

Sprach­gewirr

In der Friedens-Frage machten die Schüler drei Haupt­ak­teure aus: Politik, Wirt­schaft und Volk. Wie die meistens anein­ander vor­bei­reden, sich belei­digen oder nur ihren eigenen Vorteil suchen, stellten sie ein­dringlich dar. Mit teils pan­to­mi­mi­schen Dar­bie­tungen, baby­lo­ni­schem Sprach­gewirr, Floskeln und Text­bau­steinen wie „Wir müssen gemeinsam handeln“, „Es ist über­haupt keine Frage“ oder „Wir schaffen das“ ent­tarnten sie das in ihren Augen „lang­weilige Gerede“, das letztlich nichts dazu bei­trage, die Welt zu einem bes­seren Ort zu machen.

Genau das aber will das Volk. Aller­dings gibt es auch selbst­kri­tische Zweifel: „Wie soll Frieden für die ganze Welt erreicht werden, wenn ich mich nicht einmal mit meinem Bruder ver­trage?“. Und der Zuschauer könnte auf die Idee kommen, dass es über­haupt für Kinder ziemlich schwierig sein dürfte, friedlich zu leben, solange die Erwach­senen es nicht vor­leben. Mehr aus Bad Laer

Kinder sein

Auch die Wirt­schaft kommt nicht gerade gut weg: „Geld regiert die Welt“ und „Geld ver­dirbt den Cha­rakter“, meinen die jungen Schau­spieler. Vor allem mögen sie noch nicht so früh über Geld­ver­dienen und ihre beruf­liche Zukunft nach­denken, sie wollen erst einmal Kinder sein.

Ob Kinder es besser schaffen, sich über Frieden zu ver­stän­digen? Sie treffen sich zu einer Kon­ferenz, aber leider greifen auch hier die aus der Erwach­se­nenwelt bekannten Mecha­nismen – man geht nicht wirklich auf­ein­ander ein, man übertönt den anderen, zeigt mit dem Finger auf ihn und so weiter.

Aus Fehlern lernen

Warum ist das so? „Wir sind doch nicht auf der Welt, um uns gegen­seitig in die Luft zu jagen“, erkennt John. „Warum lernen wir nicht aus den Fehlern unserer Eltern und Groß­eltern“, fragt Josey, und Hen­riette fühlt ihre Seele „vom Krieg aus­ge­knipst“. Sie alle finden „Hass echt krass“ und plä­dieren für die Liebe. Mit einer schönen Zukunfts­vision, in der vom Hass zer­störte Herzen durch die Liebe geheilt werden, endet das Stück unter dem lang anhal­tenden Applaus der Zuschauer.

„Ihr habt uns gezeigt, wie Frieden geht: respektvoll mit­ein­ander umgehen, andere Mei­nungen anhören, die Liebe über den Hass stellen“, dankte Schul­lei­terin Steffi Baalmann den Schülern für ihre Gesamt­leistung. Theater sei „unge­heuer wichtig“ für ihre Per­sön­lich­keits­ent­wicklung, fügte sie hinzu und dankte dem Thea­ter­päd­agogen sowie dem gesamten Team.

Thea­ter­kultur

Wolfgang Gerdes will eine „Thea­ter­kultur für Kinder, Jugend­liche und junge Erwachsene in Bad Laer“ ent­wi­ckeln und wies auf weitere Pro­jekte mit der Klasse 4a und dem Steck­do­sen­theater hin. Zunächst aber gibt es eine Wie­der­holung der „Kon­ferenz für Kinder“ am heu­tigen Dienstag, 29. November, um 18 Uhr. Absolut sehenswert.