Geschwister-Scholl Ober­schule und die Tages­för­der­stätte St. Maria-Eli­sabeth-Haus arbeiten gemeinsam an bes­serer Berufs­ori­en­tierung.

Bad Laer. Eine erfolg­reiche Zusam­men­arbeit wird fort­ge­setzt: Ver­tre­te­rinnen der Geschwister-Scholl Ober­schule und des St. Maria-Eli­sabeth-Hauses in Bad Laer trafen sich jetzt in der Ein­richtung, um ihre Koope­ra­tons­ver­ein­barung zu ver­längern. Die Ser­vice­stelle Schule-Wirt­schaft der Maß­Arbeit wird die beiden Partner wei­terhin bei ihrem Enga­gement für eine ver­bes­serte Berufs­ori­en­tierung der Schü­le­rinnen und Schüler unter­stützen.

Das St. Maria-Eli­sabeth-Haus ist Lebens­mit­tel­punkt und Zuhause für 85 erwachsene Frauen und Männer mit einer geis­tigen oder einer mehr­fachen Behin­derung. Nach­wuchs bei den Aus­zu­bil­denden ist will­kommen: Seit 2016 arbeitet die Ein­richtung deshalb eng mit der Ober­schule zusammen: „Das Koope­ra­ti­ons­modell ist für beide Seiten ein Gewinn“, zeigte sich Lei­terin Bärbel Bührs-Brinker über­zeugt. Die zahl­reichen Pro­jekte würden immer gemeinsam von den Jugend­lichen und den Beschäf­tigten unserer Tages­för­der­stätte durch­ge­führt. „So können wir einen rea­lis­ti­schen Ein­blick in ein viel­fäl­tiges Berufsfeld geben, Interesse wecken und eine gute Ori­en­tierung ermög­lichen”.

Auch für die Maß­Arbeit als kom­munale Arbeits­ver­mittlung des Land­kreises Osna­brück ist die aktive Ein­bindung von Pfle­ge­ein­rich­tungen in die Berufs­ori­en­tierung ein großes Anliegen. „Der Fach­kräf­te­mangel im Pfle­ge­be­reich ist groß: Der Land­kreis ist mit ganz unter­schied­lichen Pro­jekten aktiv, um hier gegen­zu­steuern“, sagte Maß­Arbeit-Vor­stand Lars Hellmers. Die aktive Zusam­men­arbeit zwi­schen Pfle­ge­ein­rich­tungen und Schulen sei dabei ein Bau­stein, denn sie lenke den Blick der Jugend­lichen früh­zeitig auf diese Berufs­sparte und baue Hemm­schwellen ab.

Einmal jährlich prä­sen­tiert das St. Maria-Eli­sabeth-Haus seine Arbeit bei der „Berufs­er­kundung an Sta­tionen“ in der Geschwister-Scholl-Ober­schule. Ver­schiedene Unter­nehmen und Ein­rich­tungen geben dabei mit simu­lierten Arbeits­plätzen Ein­blick in die Vielfalt der Berufswelt. Teil des gemein­samen Pro­jekt­planes sind jedoch auch regel­mäßige Pra­xis­ak­tionen: So bauten die Schüler und Bewohner der Ein­richtung etwa gemeinsam zwei Hoch­beete und legten einen Erleb­nispfad im Garten an. Im Herbst freuten sich die Männer und Frauen aus dem St. Maria-Eli­sabeth-Haus über eine gemeinsame Bas­tel­aktion mit den Ober­schülern. Die ent­stan­denen Kunst­werke wurden auf dem Stern­taler-Markt in Bad Laer ver­kauft.

Die Pro­jekte beginnen für die Schüler teil­weise bereits in der 5. Klasse und können sich je nach Pro­filkurs bis zur 10. Klasse fort­setzen. Die Koope­ration dient dabei nicht nur der Berufs­ori­en­tierung: Der per­sön­liche Kontakt zwi­schen Jugend­lichen und Bewohnern baut auch Vor­ur­teile und Berüh­rungs­ängste gegenüber Men­schen mit Behin­de­rungen ab. „Die Schule leistet auf diese Weise einen wich­tigen Beitrag dazu, dass Inklusion und Teilhabe aktiv gelebt werden“, erläu­terte Schul­lei­terin Ste­fanie Baalmann. Das sieht auch Mareike Him­mel­reich, Fach­be­reichs­lei­terin Arbeit, Wirt­schaft, Technik, so: „Die Schü­le­rinnen und Schüler erwerben zahl­reiche Kom­pe­tenzen und ihre Empa­thiefä­higkeit und ihre Soli­da­rität werden maß­geblich gefördert.“

Das gute Bei­spiel aus Bad Laer macht inzwi­schen im Land­kreis Osna­brück Schule, berichtete Kerstin Hüls von der Ser­vice­stelle Schule-Wirt­schaft. „Diese Part­ner­schaft war eine der ersten Koope­ra­tionen zwi­schen einer Pfle­ge­ein­richtung und einer Schule, die wir begleiten durften.“ In den ver­gan­genen drei Jahren habe die Ser­vice­stelle dann zusätz­liche fünf Koope­ra­tionen dieser Art initi­ieren können. „Und weitere stehen in den Start­lö­chern.“

Bericht: Kim­berly Lüb­bersmann

Foto: Maß­Arbeit / Hermann Pen­termann