„Steck­do­sen­theater“ prä­sen­tiert „Die Zwei“

Bad Laer. Freund­schaft, Feind­schaft und Grup­pen­druck: Das sind die ebenso all­tags­nahen wie anspruchs­vollen Themen, denen sich das „Steck­do­sen­theater“ der Geschwister-Scholl-Schule in seiner neuen Thea­ter­pro­duktion widmet. Am Sonntag, 25. Februar, und Dienstag, 27. Februar, hebt sich der Vorhang für „Die Zwei“.

In der Region hat sich das „Steck­do­sen­theater“ – die Theater-AG der 9. und 10. Klassen – längst einen Namen gemacht mit Auf­füh­rungen, die mit inhalt­lichem Anspruch wie auch mit schau­spie­le­ri­schem Niveau über­zeugen. Für ihr neues Stück schrieben die Schüler unter der thea­ter­päd­ago­gi­schen Leitung von Wolfgang Gerdes einmal mehr selbst die Text­bücher. Intensive Pro­ben­ar­beiten, für die sie sogar vom Unter­richt frei­ge­stellt wurden, folgten.

Sog aus Druck und Dro­hungen

Und so dürfen die Thea­ter­freunde jeweils ab 19 Uhr in der Aula der Ober­schule zwei Freun­dinnen in eine neue Stadt folgen. Beide sind seit dem Sand­kasten unzer­trennlich. Und natürlich soll sich nach ihrem Umzug daran nichts ändern. Schon bald schließen sie auch neue Freund­schaften nicht ahnend, dass die beiden Gruppen, die sie unab­hängig von­ein­ander ken­nen­lernen, seit Jahren ver­feindet sind. Und nicht nur das: Ohne es recht zu merken, geraten „Die Zwei“ mitten hinein in einen Sog aus Grup­pen­zwängen, unter­schwel­ligen Dro­hungen und mas­sivem Druck.

Es geht um ver­meint­liche Treue zur Gruppe, um den eigenen Status innerhalb der Hier­archie, um Abgrenzung und Zuge­hö­rigkeit – Themen, die schon von William Shake­speare bei „Romeo und Julia“ auf­ge­griffen wurden und die noch heute von unge­bro­chener Aktua­lität sind. Die Schüler machte die Aus­ein­an­der­setzung mit diesen Fragen sen­sibel auch gegenüber ihrem eigenen Ver­halten: „Man achtet stärker darauf, was unter­schwellig pas­siert, ob man jemanden run­ter­macht oder unter Druck setzt“, urteilten sie in einer Proben-Pause.

Arbeit an Cha­rak­teren

Denn auch wenn die Bühne die Kon­flikte thea­ter­ty­pisch über­spitzt: Das selbst geschriebene Stück prä­sen­tiert sich bemer­kenswert lebens- und all­tagsnah. Dafür sorgen auch die jungen Schau­spieler selbst, von denen viele bereits seit der sechsten Klasse auf der Bühne stehen. „Denen muss ich nicht mehr bei­bringen, wie sie sich auf der Bühne zu bewegen haben“, lobt Wolfgang Gerdes sein Ensemble. Für die aktuelle Auf­führung habe er mit den Schülern deshalb ver­stärkt an der Gestaltung der Cha­raktere gear­beitet.

Das Stück um Freund­schaft zwi­schen ver­fein­deten Fronten soll gut aus­gehen. Darin waren sich alle einig: „Freund­schaft sollte offen und ehrlich sein und den anderen sein lassen, wie er ist.“ Ob und wie „Die Zwei“ – Freun­dinnen wie Gruppen – zu dieser Erkenntnis kommen, das erleben die Besucher am Sonntag und Dienstag, 25. und 27. Februar, jeweils ab 19 Uhr. Karten sind im Vor­verkauf in den großen Pausen in der Schule oder bei der Buch­handlung Bilik in Bad Laer zu haben.